Hundefutter: Welche Futterarten gibt es und welche passt zu deinem Hund?
Alle Futterarten an der Deklaration vergleichbar – und welche zu deinem Hund und seiner Lebenslage passt.
Hundefutter gibt es in fünf Futterarten: Trockenfutter, Nassfutter, kaltgepresstes Futter, BARF und selbst gekochtes Futter. Welche passt, entscheidet nicht die Form, sondern ob das Futter als Alleinfuttermittel den Bedarf deines Hundes in seiner Lebenslage deckt.
Futterarten unterscheiden sich vor allem im Wassergehalt: Trockenfutter hat rund 10 % Feuchte, Nassfutter meist 70 bis 80 %. Deshalb sind die Werte auf der Packung erst vergleichbar, wenn du sie auf Trockensubstanz umrechnest. Das erledigt der TS-Check in 3 Schritten. Ein 15-Kilo-Hund braucht rund 720 bis 840 kcal am Tag, egal aus welcher Futterart. Die Lebenslage (Welpe, Senior, Allergie, Übergewicht, Magen-Darm) verändert den Bedarf stärker als die Wahl zwischen nass und trocken.
Welche Futterarten gibt es für Hunde?
Hundefutter lässt sich nach Herstellung und Wassergehalt in fünf Futterarten einteilen: extrudiertes Trockenfutter, Nassfutter, kaltgepresstes Futter, BARF (Rohfütterung) und selbst gekochte Rationen. Snacks zählen nicht dazu, weil sie als Ergänzungsfuttermittel keine Mahlzeit ersetzen.
Trockenfutter ist extrudiertes Futter. Extrusion bedeutet, dass die Rohstoffe unter Hitze und Dampfdruck durch eine Düse gepresst werden und dabei zu Kroketten aufquellen. Trockenfutter hat rund 10 % Restfeuchte, eine hohe Energiedichte und lässt sich nach dem Öffnen lange lagern.
Nassfutter ist in Dose, Schale oder Beutel sterilisiertes Futter mit meist 70 bis 80 % Wasser. Der hohe Wasseranteil senkt die Energiedichte. Dein Hund frisst von Nassfutter deshalb ein Mehrfaches der Grammzahl, die er von Trockenfutter braucht.
Kaltgepresstes Futter wird bei niedrigeren Temperaturen zu Pellets gepresst und nicht aufgebläht. Die Pellets zerfallen im Magen schneller als Kroketten. „Kaltgepresst“ ist kein gesetzlich definierter Begriff. Welche Temperatur ein Hersteller tatsächlich nutzt, erfährst du nur auf Nachfrage.
BARF steht für „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“. Du stellst die Ration selbst aus rohem Fleisch, Innereien, Knochen, Gemüse und Öl zusammen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass rohes Fleisch Krankheitserreger wie Salmonellen übertragen kann, auch auf Menschen im Haushalt.
Selbst gekochtes Futter folgt demselben Prinzip wie BARF, nur gegart. Garen senkt das Keimrisiko. Beide Formen decken den Bedarf nur, wenn die Ration mit Mineralstoffen und Vitaminen berechnet ist.
| Futterart | Wassergehalt | Herstellung | Stärke | Schwachpunkt |
|---|---|---|---|---|
| Trockenfutter | rund 10 % | extrudiert, heiß | hohe Energiedichte, lange haltbar | Hund muss mehr trinken |
| Nassfutter | meist 70–80 % | in der Verpackung sterilisiert | viel Wasser, hohe Akzeptanz | große Mengen, kurz haltbar nach Öffnen |
| Kaltgepresst | meist unter 10 % | gepresst, nicht aufgebläht | schneller Zerfall im Magen | Begriff nicht geschützt |
| BARF | wie Frischfleisch | roh, selbst zusammengestellt | volle Kontrolle über Zutaten | Hygiene, Rationsberechnung nötig |
| Selbst gekocht | wie gegartes Essen | gegart, selbst zusammengestellt | Kontrolle, geringeres Keimrisiko | Rationsberechnung nötig |
Was unterscheidet Alleinfuttermittel von Ergänzungsfuttermittel?
Die Verordnung (EG) Nr. 767/2009 regelt die Kennzeichnung von Futtermitteln in der EU. Ein Alleinfuttermittel reicht laut Verordnung wegen seiner Zusammensetzung für eine Tagesration aus. Ein Ergänzungsfuttermittel deckt den Bedarf nur zusammen mit anderen Futtermitteln. Die Angabe steht Pflicht auf jeder Packung. Ein Nassfutter mit der Aufschrift „Ergänzungsfuttermittel“ taugt deshalb nicht als alleinige Nahrung, auch wenn es wie eine vollständige Mahlzeit aussieht.
Wie vergleichst du Futterarten an der Deklaration?
Futterarten vergleichst du mit dem TS-Check in 3 Schritten: Trockensubstanz berechnen, Rohprotein und Rohasche auf Trockensubstanz umrechnen, Ergebnis gegen die FEDIAF-Mindestwerte halten. Erst diese Umrechnung macht Nassfutter und Trockenfutter vergleichbar, weil sie den Wasseranteil herausnimmt.
Die Werte stehen unter „Analytische Bestandteile“. Pflicht sind laut Verordnung (EG) Nr. 767/2009 Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche. Den Feuchtegehalt muss der Hersteller angeben, wenn er über 14 % liegt. Bei Trockenfutter fehlt die Feuchte deshalb oft. Rechne dann mit 10 %.
Rohasche ist der Rückstand, der nach dem Verbrennen einer Futterprobe übrig bleibt. Rohasche besteht aus den Mineralstoffen des Futters, etwa Calcium, Phosphor, Natrium und Kalium. Rohasche ist kein Füllstoff, sondern ein Maß für den Mineralstoffgehalt.
Der TS-Check in 3 Schritten
- Trockensubstanz berechnen: 100 minus Feuchte in Prozent. Ein Nassfutter mit 78 % Feuchte hat 22 % Trockensubstanz.
- Werte umrechnen: Nährstoff in Prozent geteilt durch Trockensubstanz, mal 100. 10 % Rohprotein im Nassfutter werden so zu 45,5 % Rohprotein in der Trockensubstanz.
- Gegen den Bedarf halten: Die FEDIAF empfiehlt für erwachsene Hunde mindestens 18 g Protein je 100 g Trockensubstanz (normal aktiver Hund) und 21 g (ruhiger Hund). Für Welpen im frühen Wachstum sind es 25 g.
Die folgende Tabelle wendet den TS-Check auf drei Beispiel-Deklarationen an. Die Zahlen sind Rechenbeispiele in typischer Größenordnung, keine Werte bestimmter Produkte.
| Wert laut Packung | Nassfutter | Trockenfutter | Kaltgepresst |
|---|---|---|---|
| Feuchte | 78 % | 10 % (nicht deklariert) | 8 % |
| Rohprotein | 10 % | 24 % | 22 % |
| Rohfett | 6 % | 12 % | 10 % |
| Rohfaser | 0,5 % | 2,5 % | 3 % |
| Rohasche | 2,5 % | 7 % | 7,5 % |
| Trockensubstanz | 22 % | 90 % | 92 % |
| Rohprotein in der TS | 45,5 % | 26,7 % | 23,9 % |
| Rohasche in der TS | 11,4 % | 7,8 % | 8,2 % |
| Kohlenhydrate (NfE) in der TS | 13,6 % | 49,4 % | 53,8 % |
Auf der Packung wirkt das Nassfutter mit 10 % Rohprotein proteinarm. Nach der Umrechnung enthält es fast doppelt so viel Protein je Trockensubstanz wie das Trockenfutter. Dasselbe gilt für Rohasche: 2,5 % klingen niedrig, entsprechen aber 11,4 % in der Trockensubstanz.
Kohlenhydrate stehen nicht auf der Packung, weil die Verordnung sie nicht als Pflichtangabe verlangt. Du berechnest sie selbst als stickstofffreie Extraktstoffe (NfE): 100 minus Feuchte, Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche. Im Rechenbeispiel liegt der Stärkeanteil von Trocken- und kaltgepresstem Futter bei rund der Hälfte der Trockensubstanz, beim Nassfutter bei 13,6 %. Der Grund ist technisch: Extrudierte Kroketten brauchen Stärke als Bindemittel, sonst halten sie nicht zusammen. Für übergewichtige Hunde ist dieser Wert aussagekräftiger als jedes „light“-Etikett.
Was braucht ein Hund an Nährstoffen?
Ein Hund braucht Energie, Protein mit allen essenziellen Aminosäuren, Fett mit essenziellen Fettsäuren sowie Vitamine und Mineralstoffe in bedarfsgerechter Menge. Die europäische Referenz sind die Nutritional Guidelines der FEDIAF, die auf den Bedarfswerten des US National Research Council (NRC 2006) aufbauen.
Die FEDIAF ist der europäische Dachverband der Heimtiernahrungs-Hersteller. Die FEDIAF-Leitlinien liegen seit 2025 in einer neuen Fassung vor. Die Tabellen rechnen mit einer Energiedichte von 4,0 kcal je Gramm Trockensubstanz. Die Stiftung Warentest nutzt FEDIAF- und NRC-Werte als Maßstab für ihre Futtertests.
Protein liefert Aminosäuren für Muskeln, Enzyme und Immunsystem. Neben der Menge zählt die Verdaulichkeit. Fett ist der energiereichste Nährstoff und Träger der Vitamine A, D, E und K. Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren muss der Hund über das Futter aufnehmen.
Kohlenhydrate sind für Hunde nicht essenziell, liefern aber als Stärke aus Getreide, Kartoffeln oder Hülsenfrüchten Energie. Rohfaser aus Gemüse oder Rübenschnitzeln unterstützt die Darmtätigkeit.
Vitamine und Mineralstoffe wirken in kleinen Mengen, mit Unter- und Obergrenzen. Calcium und Phosphor bauen das Skelett auf. Ein Zuviel schadet ebenso wie ein Mangel. Bei BARF und selbst gekochtem Futter ist genau dieser Teil die häufigste Lücke, weil Fleisch allein zu wenig Calcium enthält.
Wie viel Futter braucht ein Hund am Tag, je nach Futterart?
Ein ausgewachsener Hund mit 15 kg Körpergewicht braucht rund 720 bis 840 kcal pro Tag. Die Spanne folgt aus den FEDIAF-Bezugswerten von 95 kcal (ruhiger Hund) und 110 kcal (normal aktiver Hund) je kg metabolischer Körpermasse. Die Grammzahl hängt dann nur noch von der Energiedichte der Futterart ab.
Die metabolische Körpermasse ist das Körpergewicht hoch 0,75. Für den 15-Kilo-Hund ergibt das 7,62 kg. Mal 95 kcal sind es 724 kcal, mal 110 kcal 838 kcal. Die Stiftung Warentest verwendet denselben 15-Kilo-Modellhund, weil er dem typischen deutschen Haushaltshund entspricht.
| Futterart (Beispiel-Energiegehalt) | Tagesmenge 15-kg-Hund |
|---|---|
| Trockenfutter, 360 kcal/100 g | rund 200–230 g |
| Kaltgepresst, 350 kcal/100 g | rund 205–240 g |
| Nassfutter, 100 kcal/100 g | rund 720–840 g |
| Mischfütterung halb/halb | rund 100–115 g Trocken plus 360–420 g Nass |
Die Energieangabe steht nicht auf jeder Packung. Fehlt sie, fragst du beim Hersteller nach. Der tatsächliche Bedarf weicht je nach Rasse, Kastration, Temperament und Haltung ab. Das Körpergewicht und die Figur deines Hundes zeigen nach 2 bis 3 Wochen, ob die Menge stimmt.
Welche Futterart passt zu welcher Lebenslage?
Die passende Futterart findest du mit der Lebenslagen-Weiche: Erst die Lebenslage bestimmen, dann den kritischen Deklarationswert prüfen, dann die Futterart wählen. Die Lebenslage verändert den Bedarf stärker als die Wahl zwischen Nass- und Trockenfutter.
| Lebenslage | Kritischer Wert auf der Packung | Futterart-Tendenz |
|---|---|---|
| Welpe | Lebensphase „Welpe/Junior“, Calcium und Phosphor | Alleinfutter für Wachstum, bei großen Rassen speziell für große Rassen |
| Senior | Protein in der TS, Energie je 100 g | nass oder trocken, energieärmer bei gleicher Proteinmenge |
| Allergie | Anzahl der Proteinquellen in der Zusammensetzung | offene Deklaration, eine Proteinquelle, Ausschlussdiät mit Tierarzt |
| Magen-Darm | Rohfett, Verdaulichkeit | Schonkost kurzfristig, danach langsame Umstellung |
| Übergewicht | kcal je 100 g, NfE in der TS | Nassfutter oder energiearmes Alleinfutter, Snacks einrechnen |
| Wenig-Trinker | Feuchte | Nassfutter oder eingeweichtes Trockenfutter |
| Nierenerkrankung | Phosphor | nur Diätfuttermittel nach tierärztlicher Diagnose |
Welpen brauchen mehr Energie, mehr Protein und ein abgestimmtes Verhältnis von Calcium zu Phosphor. Große Rassen wachsen länger und reagieren empfindlicher auf ein Zuviel an Calcium. Deshalb achtest du bei Welpen zuerst auf die Lebensphase auf dem Etikett, nicht auf nass oder trocken.
Ältere Hunde bewegen sich meist weniger und brauchen weniger Energie bei gleichbleibendem Proteinbedarf. Ein Seniorfutter mit weniger Protein ist deshalb kein Automatismus. Ab wann ein Hund als Senior gilt, hängt von seiner Größe ab.
Hunde mit Futtermittelallergie reagieren meist auf ein bestimmtes Protein. Hypoallergenes Futter nutzt aufgespaltene Proteine (Hydrolysate) oder eine seltene Proteinquelle. Die Diagnose gelingt nur über eine Ausschlussdiät über mehrere Wochen. Eine offene Deklaration, bei der jede Zutat mit Prozentangabe steht, macht versteckte Zweitproteine sichtbar.
Hunde mit Durchfall oder Erbrechen bekommen vorübergehend Schonkost aus leicht verdaulichen Zutaten. Danach stellst du über mehrere Tage schrittweise auf das normale Futter zurück.
Futter ersetzt keine Diagnose. Mit deinem Hund gehörst du zum Tierarzt, wenn Durchfall länger als 24 bis 48 Stunden anhält, Blut im Kot oder Erbrochenen ist, dein Hund wiederholt erbricht, nicht trinkt, Fieber hat, apathisch wirkt oder ein Welpe betroffen ist. Diätfuttermittel bei Nieren-, Leber- oder Stoffwechselerkrankungen setzt du nur nach tierärztlicher Absprache ein. 123-petshop.de gibt keine tierärztliche Beratung.
Was sagt der Hundefutter-Test der Stiftung Warentest?
Die Stiftung Warentest hat in test 8/2025 (veröffentlicht am 24. Juli 2025) 24 Trockenfutter für ausgewachsene Hunde geprüft. Nur rund ein Drittel der Produkte war empfehlenswert. Gute Futter gab es laut Stiftung Warentest auch im günstigen Preisbereich, ein hoher Preis war kein Qualitätsmerkmal.
Die Stiftung Warentest gewichtete die ernährungsphysiologische Qualität mit 60 %, die Fütterungsempfehlung mit 15 %, Schadstoffe mit 10 %, die Deklaration mit 10 % und die Verpackung mit 5 %. Gemessen wurden unter anderem Protein, Fett, Vitamine und Mineralstoffe. Ein Laborverfahren simulierte die Proteinverdauung. DNA-Analysen prüften, ob die deklarierten Tierarten tatsächlich im Futter stecken.
Futter mit Sensitiv-Versprechen sah die Stiftung Warentest kritisch: Solche Angaben wecken laut test.de zum Teil zu hohe Erwartungen. „Sensitiv“ ist kein geschützter Begriff.
Der Test deckt nur Trockenfutter ab. Für Nassfutter, kaltgepresstes Futter und BARF liefert er keine Aussage. Genau dafür ist der TS-Check gedacht: Er funktioniert mit jeder Deklaration, auch ohne Laborwerte. 123-petshop.de führt keine eigenen Labortests durch und vergibt keine Noten.
15 % der Warentest-Note hängen an der Fütterungsempfehlung, also an der Grammzahl auf der Packung. Das ist kein Nebenpunkt: Eine zu hohe Mengenangabe führt über Monate zu Übergewicht, eine zu niedrige zu Unterversorgung mit Protein und Mineralstoffen. Rechne die Empfehlung deshalb einmal selbst nach. Energiebedarf deines Hundes geteilt durch die kcal je 100 g der Packung, mal 100. Liegt die Packungsangabe mehr als 15 bis 20 % daneben, startest du mit deinem eigenen Wert und kontrollierst das Gewicht.
Wonach suchen Hundehalter, und was kaufen sie tatsächlich?
Hundehalter suchen online vor allem nach Nassfutter und Trockenfutter, kaufen im Handel aber zunehmend Snacks. Eine Auswertung von 123-petshop.de mit Sistrix-Daten (Stand 25.09.2026) zeigt 4.850 monatliche Suchen nach „nassfutter hund“ und 4.200 nach „trockenfutter hund“, gegenüber 2.100 für kaltgepresstes Futter und 1.250 für „barf hund“.
Der Oberbegriff „hundefutter“ kommt laut derselben Auswertung auf 21.300 Suchen im Monat, „bestes hundefutter“ auf 1.450. Die Frage nach dem besten Futter ist damit deutlich seltener als die Frage nach der passenden Futterart.
Der Handel zeigt ein anderes Bild. Laut Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) und Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF), Pressemitteilung vom 23. April 2026, setzte der stationäre Handel 2025 mit Hunde-Feuchtfutter 582 Millionen Euro um (minus 1,9 %), mit Hunde-Trockenfutter 403 Millionen Euro (minus 2,7 %) und mit Hundesnacks 768 Millionen Euro (plus 2,1 %). In Deutschland lebten 2025 laut IVH und ZZF rund 10 Millionen Hunde.
Snacks zählen zur Tagesenergie. Der Weltverband der Kleintierärzte (WSAVA) nennt als Faustregel höchstens rund 10 % der täglichen Kalorien aus Leckerli und Extras. Beim 15-Kilo-Hund mit 800 kcal Bedarf sind das rund 80 kcal.
💬 Meine EinschätzungDie gängige Annahme lautet: Nassfutter ist die hochwertigere Futterart, Trockenfutter die praktischere. Der TS-Check zeigt, warum diese Einteilung zu kurz greift. Auf der Packung wirkt Nassfutter proteinarm, nach der Umrechnung liegt es im Beispiel bei 45,5 % Protein in der Trockensubstanz, Trockenfutter bei 26,7 %. Die eigentliche Trennlinie verläuft deshalb nicht zwischen nass und trocken, sondern zwischen offener und geschlossener Deklaration. Aus der Recherche für diese Seite ziehe ich eine klare Reihenfolge: zuerst „Alleinfuttermittel“ auf der Rückseite prüfen, dann die Lebenslage, dann den TS-Check. Erst ganz am Ende steht die Frage, ob dein Hund lieber aus der Dose oder aus dem Sack frisst. Und weil der Handel mehr Geld mit Snacks als mit Nass- oder Trockenfutter umsetzt, lohnt der ehrliche Blick auf die Extras oft mehr als ein Futterwechsel.
- 5 Futterarten: Trocken (rund 10 % Feuchte), Nass (70–80 %), kaltgepresst, BARF, selbst gekocht. Nur Alleinfuttermittel ernähren allein.
- Der TS-Check in 3 Schritten: Trockensubstanz berechnen, Werte umrechnen, gegen FEDIAF halten (mind. 18 g Protein je 100 g TS beim erwachsenen Hund).
- Ein 15-kg-Hund braucht rund 720–840 kcal am Tag: etwa 200–230 g Trockenfutter oder 720–840 g Nassfutter.
- Die Lebenslagen-Weiche: Lebenslage bestimmen, kritischen Deklarationswert prüfen, dann Futterart wählen.
- Stiftung Warentest (test 8/2025): 24 Trockenfutter, rund ein Drittel empfehlenswert, Preis kein Qualitätsmerkmal.
Häufige Fragen zu Hundefutter
Darf man Nassfutter und Trockenfutter mischen?
Ja, Nassfutter und Trockenfutter lassen sich mischen, wenn beide Alleinfuttermittel sind. Du kürzt die Mengen anteilig. Deckt Nassfutter die Hälfte der Tagesenergie, bekommt dein Hund nur noch die Hälfte seiner Trockenfuttermenge.
Welches Hundefutter ist das beste?
Ein bestes Hundefutter für alle Hunde gibt es nicht. Das passende Futter hängt von Gewicht, Alter, Aktivität, Verträglichkeit und Vorlieben ab. Die Lebenslagen-Weiche und der TS-Check grenzen die Auswahl sachlich ein, ohne Rangliste.
Wie oft am Tag füttert man einen erwachsenen Hund?
Ein erwachsener Hund bekommt seine Tagesration meist in 1 bis 2 Mahlzeiten. Zwei Mahlzeiten verteilen die Menge gleichmäßiger und sind bei großen Rassen mit tiefem Brustkorb üblich. Welpen fressen 3 bis 4 kleinere Mahlzeiten täglich.
Wie lange dauert eine Futterumstellung?
Eine Futterumstellung dauert in der Regel 7 bis 10 Tage. Du mischst täglich etwas mehr vom neuen Futter unter das alte. Ein abrupter Wechsel führt häufig zu weichem Kot, besonders bei empfindlichen Hunden.
Darf eine Katze Hundefutter fressen?
Eine Katze darf Hundefutter nicht dauerhaft fressen. Hundefutter ist nicht auf den Bedarf von Katzen ausgelegt, die unter anderem mehr Protein und zugesetztes Taurin brauchen. Ein einzelner Bissen schadet nicht.
Quellen und weiterführende Literatur
Stand der Recherche: 26. September 2026.
- Hunde-Trockenfutter im Test (test 8/2025, 24.07.2025) · test.de · Methodik, Gewichtung und Ergebnisse von 24 Alleinfuttermitteln für ausgewachsene Hunde.
- Der Deutsche Heimtiermarkt 2025 (Pressemitteilung 23.04.2026) · zzf.de / ivh-online.de · Umsatzdaten zu Hunde-Feucht- und Trockenfutter, Snacks und Hundebestand.
- FEDIAF Nutritional Guidelines (Fassung 2024, Tabelle III-3a; Fassung 2025 veröffentlicht) · europeanpetfood.org · Nährstoffempfehlungen je 100 g Trockensubstanz für Hunde und Katzen.
- Verordnung (EG) Nr. 767/2009 · eur-lex.europa.eu · EU-Regeln zu Kennzeichnung, Allein- und Ergänzungsfuttermitteln und Pflichtangaben.
- Nutrient Requirements of Dogs and Cats (NRC 2006) · nationalacademies.org · Bedarfswerte als Grundlage der FEDIAF-Empfehlungen.
- WSAVA Global Nutrition Guidelines · wsava.org · Empfehlungen des Weltverbands der Kleintierärzte, inklusive Anteil von Snacks an der Tagesenergie.
- Rohfütterung von Hunden und Katzen · bfr.bund.de · Hinweise des Bundesinstituts für Risikobewertung zu Keimen in rohem Futter.
- Suchvolumen-Auswertung Futterarten · 123-petshop.de / Sistrix · Eigene Abfrage von Futter-Suchbegriffen, Stand 25.09.2026.